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Woran erkenne ich falsche WhatsApp und Facebook-Nachrichten?

Die Geschichte der Falschnachrichten ist so alt, wie es Nachrichten gibt und kein neues Internetphänomen. Daher gilt auch im Internet, was früher als gesunder Menschenverstand gereicht hat.

Hier meine Checkliste zur Erkennung von Unsinnsnachrichten, die sich primär über WhatsApp und Facebook verteilen:

1. Übertriebene Darstellung eines Vorgangs, Superlative, Satzzeichenverdoppelungen, Grossbuchstaben

2. schlechtes Deutsch, Rechtschreibfehler, Formulierungsschwächen

3. Wer schreibt denn überhaupt? Wo kommt die Nachricht denn her?

4. Werde ich aufgefordert die Nachricht zu teilen, weiterzuleiten?

5. Zu guter Letzt: Ergibt die Nachricht denn überhaupt Sinn?

Wenn man alleine diese 5 Kriterien durchgeht, kommt man schnell zu dem Punkt, ob es sich bei der Nachricht um Unsinn handelt.

Ein Beispiel:

DIESMAL KEIN FAKE STEHT AUCH IN FACEBOOK DRIN!!!!!
Lies mal Ich Habs grade vom Server erhalten
Liebe Whatsapp-user!
Wir, (Das Facebook-team) haben (wie ihr sicherlich schon bemerkt habt) Den kostenlosen Messenger ‚whatsapp‘ für Insgesamt 16 Milliarden Dollar gekauft.
Da wir nun Whatsapp besitzen, wollen wir nur die User haben die Whatsapp auch wirklich nutzen.
Deswegen, möchten wir alle die DIESE Nachricht erhalten haben darum bitten, sie an alle Kontakte weiter zu leiten. Geschieht die’s nicht, nehmen wir Das als Bestätigung Das dieser User Whatsapp nicht mehr nutzt, und somit wird sein Konto entfernt.
Das Facebook Team
hat sich alle Nummern rauskopiert (gestern von ca. 11:30 bis 23:30)
Sodass wir alles kontrollieren können ob ihr die Nachricht weitersendet oder nicht.
Sendet ihr, die User aber die Nachricht TATSÄCHLICH an 10 Kontakte weiter, bleibt der Messenger für die User die es gemacht haben, weiterhin kostenlos.
Liebe Grüße
Das Facebook-team.

Also setzen wir mal unsere Kriterien an:

DIESMAL KEIN FAKE STEHT AUCH IN FACEBOOK DRIN!!!!!
Lies mal[,] Ich Habs grade vom Server erhalten
Liebe Whatsapp-user!
Wir, (Das Facebook-team) haben (wie ihr sicherlich schon bemerkt habt) Den kostenlosen Messenger ‚whatsapp‘ für Insgesamt 16 Milliarden Dollar gekauft.
Da wir nun Whatsapp besitzen, wollen wir nur die User haben[,] die Whatsapp auch wirklich nutzen.
Deswegen, möchten wir alle[,] die DIESE Nachricht erhalten haben[,] darum bitten, sie an alle Kontakte weiter zu leiten. Geschieht die’s nicht, nehmen wir Das als Bestätigung[,] Das[s] dieser User Whatsapp nicht mehr nutzt, und somit wird sein Konto entfernt.
Das Facebook Team
hat sich alle Nummern rauskopiert (gestern von ca. 11:30 bis 23:30)
Sodass wir alles kontrollieren können[,] ob ihr die Nachricht weitersendet oder nicht.
Sendet ihr, die User aber die Nachricht TATSÄCHLICH an 10 Kontakte weiter, bleibt der Messenger für die User[,] die es gemacht haben, weiterhin kostenlos.
Liebe Grüße
Das Facebook-team.

1. Übertriebene Darstellung eines Vorgangs, Superlative, Satzzeichenverdoppelungen, Grossbuchstaben

- viele !!!!
- man verliert sein Konto bei WhatsApp
- man wird kontrolliert und überwacht, ob man der Aufforderung nachkommt

2. schlechtes Deutsch, Rechtschreibfehler, Formulierungsschwächen

noch Fragen? ;)

3. Wer schreibt denn überhaupt? Wo kommt die Nachricht denn her?

Das Facebook Team oder doch eher Das Facebook-team oder vielleicht "Ich" [Habs grade vom Server erhalten]?

4. Werde ich aufgefordert die Nachricht zu teilen, weiterzuleiten?

Mehrfach sogar.

5. Zu guter Letzt: Ergibt die Nachricht denn überhaupt Sinn?

nicht wirklich. Wer ist "ich" und was für ein "Server" ist gemeint?
Ja Facebook hat WhatsApp gekauft. Stimmt. Aber warum sollte Facebook wollen, dass diese Nachricht an 10 weitere Kontakte weitergeleitet wird, aber gleichzeitig sei Facebook in der Lage GENAU zu überwachen, wie aktiv man ist und ob man das auch wirklich macht. Worin besteht der Nutzen für den Anbieter?

Wenn man nun die Gegenfrage stellt, warum verschicken Menschen sinnlose Kettenbriefe, die ihnen keinerlei Nutzen bringen, dann lautet die Antwort: "weil sie es können und es ihnen eine Genugtuung bereitet, wie unfassbar viele Menschen das weiterleiten"

6. Wenn man sich partout nicht sicher ist, gibt es noch immer den Weg, nach dem Inhalt der Nachricht zu googlen und somit zu recherchieren, ob es sich um Unsinn handelt. Webseiten wie
www.mimikama.at
www.hoaxsearch.com
können dabei hilfreich sein

Wer argumentiert, dass das doch nicht weh tut und nichts dabei ist, wenn man damit seine Kontakte belästigt, dem empfehle ich mal mehr als 1000 Kontakte im Adressbuch zu haben. Spätestens dann ist man jeden Tag ab der 5. Nachricht damit beschäftigt, diese "Ist doch nix schlimmes und sicher ist sicher"-Kontakte nicht anzurufen und anzuschreien.

Also Augen auf, Hirn an und leitet einfach nichts weiter, was ihr dem anderen nicht auch persönlich vorlesen würdet.