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Eingebettet in eine atemberaubende Bergkulisse liegen die Ruinen der einst uneinnehmbaren Festung auf rund 1000 Meter Höhe.

Über die Strasse nach Korkuteli gelangt man in die Berge zur entlegenen Ruinenstadt Termessos. Die antike Stadt liegt in rund 1000 Meter Höhe innerhalb des Nationalparks Termessos rund um den Güllük Dagi ("Rosenberg"), der in der Antike Solymos hiess. Vom Parkplatz aus gelangt man zu Fuss in etwa einer halben Stunde zu den eindrucksvollen Ruinen. Das Gelände ist zum Teil schlecht befestigt, für die Besichtigung der weitläufigen Stadtanlage sind feste Schuhe nötig. Oben angekommen, kann man die besondere Atmosphäre geniessen, die in der antiken Ruinenstadt herrscht - nicht unähnlich der Inka-Festung Macchu Picchu in Südamerika. Die Stadt im antiken Pisidien wurde vermutlich bereits im zweiten Jahrtausend vor Christus vom kriegerischen Volk der Solymer gegründet. Ihre Blütezeit dauerte vom ersten Jahrhundert vor bis zum zweiten Jahrhundert nach Christus, aus der die meisten der heutigen Ruinen stammen. Hier hatte Termessos von einem Bündnis mit den Römern profitiert, die gegen König Mithridates von Pontus Krieg führten. Was keinem Eroberer gelang, nämlich die Stadt einzunehmen (Alexander der Grosse versuchte es vergebens), schaffte die Natur: die vermutlich durch ein Erdbeben im vierten Jahrhundert nach Christus zerstörte Stadt ist heute an vielen Stellen von üppigem Gestrüpp überwuchert.

Erste Mauerreste und die Grundmauern eines ehemaligen Befestigungsturms findet man bereits am Parkeingang. Hat man auf der Königsstrasse das vier Meter hohe Hadrianstor passiert, sieht man bald die Reste der ehemals sechs Meter hohen Stadtmauer. Am Gymnasion vorbei gelangt man zum gut erhaltenen Theater, der wohl imposantesten Ruine von Termessos. Auch wenn es relativ klein war (es fasste rund 4000 Zuschauer), beeindruckt es durch seine spektakuläre Lage. Der Blick auf die beeindruckende Bergkulisse lässt sich von hier besonders gut geniessen. An der Form der Cavea kann man den ursprünglichen griechischen Einfluss erkennen, das Bühnengebäude wurde später nach römischem Vorbild erbaut.

Neben dem Theater ist das Grab des Alketas eine der grössten Attraktionen der Ruinenstadt. Das schwer zugängliche Grab wird von Reliefs verziert, die von der Wertschätzung des adeligen Kriegers zeugen. Alketas hatte sich während der Diadochenkämpfe nach Alexanders Tod mit seinen Gefolgsleuten in Termessos verschanzt. Die Älteren Bürger der Stadt beschlossen, ihn an seinen Gegenspieler Antigonos auszuliefern, um einem Kampf um die Stadt aus dem Weg zu gehen. Als er den Verrat erkannte, soll Alketas Selbstmord begangen haben. Die jüngeren, kampfbereiten Bürger der Stadt bereiteten ihm daraufhin ein ehrenvolles Felsenbegräbnis, das einem König gleichkam.

Andere Sehenswürdigkeiten sind die Kolonnadenstrasse, die von Säulen, Statuen und Läden gesäumt war, die Osbaros-Stoa und die Agora, der einstige Marktplatz der Stadt mit dem Heroon und der Zisterne. In süd-östlicher Richtung findet man das grosse Odeion der Stadt und, nicht weit entfernt, den Zeus-Solymeus-Tempel sowie zwei Artemis-Tempel, von denen der grössere zerstört ist. Westlich der Agora steht der Tempel von Korinth, dessen Wände einst über einen Meter dick waren. Lohnenswert ist auch der Anstieg zur südlichen Nekropolis mit dem Löwengrab, dem Mamastis-Mausoleum und dem Sarkophag des Agethemeros.

Termessos ist bequem von Antalya aus zu erreichen.